Schlupf europäischer Landschildkröten

Nach einer für uns ungeduldigen Züchter lange Zeit dauernden Inkubation beginnt nun endlich der Schlupf der Nachzuchten.
In der Regel beginnt der Schlupf bei den Griechischen Landschildkröten ab dem 55. und bei den Breitrandschildkröten ab dem 60. Tag.
Der Schlupfvorgang kann nur wenige Stunden bis mehrere Tage dauern und beginnt anfangs noch unbemerkt im Inneren des Eis.

Mit der Eischwiele/dem Eizahn ritzt die kleine Schildkröte das Ei von Innen an. Dann bewegt sie den Kopf und die Vorderbeine, bis ein kleines Stück der Schale heraus bricht.
Nach und nach wird das Loch erweitert, indem z. B. Teile des Randes abgebissen werden. Ist das Loch groß genug, stecken die Babys die Vorderbeine hinaus und erweitern dadurch das Loch immer mehr.
Auch kann es vorkommen, dass sich die Schlüpflinge im Ei drehen, um somit die Öffnung nach und nach zu vergrößern. Dazwischen werden immer wieder längere Pausen eingelegt. Es kommt auch darauf an, wie weit der Dottersack schon in die Bauchhöhle resorbiert wurde.

Frisch geschlüpfte Jungtiere erkennt man daran, dass sie häufig noch deformiert sind. Sie liegen gefaltet im Ei und müssen sich während der Schlupfphase und nach Verlassen des Eis noch strecken.
Aus diesem Grund belassen wir unsere Schlüpflinge noch einige Zeit im Brutapparat. In der feucht-warmen Umgebung gelingt es ihnen besser, ihre natürliche Form zu erreichen.

Sind sie voll entfaltet und glatt, überführen wir sie in das vorbereitete Terrarium. Zuvor baden wir sie in lauwarmen Wasser. Meist trinken sie sofort.

Im Terrarium bleiben sie einige Tage, bis wir sicher sind, dass es ihnen gut geht und sie mit der Futteraufnahme begonnen haben. Dann gehen sie in das Babygehege im Gewächshaus mit Freilauf.

Zur Übersicht