Habitatbilder

In diesem Jahr (2010) haben wir unseren Urlaub in Kroatien verbracht. Da es dort noch Schildkrötenpopulationen in freier Wildbahn gibt, haben wir uns im Vorfeld informiert, wo diese vorkommen. Wir waren mit dem Wohnmobil unterwegs und haben u. a. speziell solche Regionen angefahren, in denen noch Griechische Landschildkröten der Unterart Testudo hermanni hercegovinensis vorkommen sollen.
Voranstellen möchte ich, dass die Natur in Kroatien genau so aussieht, wie ich mir immer Schildkrötenhabitate vorgestellt habe und wie ich es auch aus Büchern kenne. (Was ja eigentlich auch logisch ist…)
Für die Gestaltung meiner Gehege habe ich mir viele Anregungen mitgenommen, denn: unsere Gehege sind zu grün, zu arm an (Kalk-)Steinen, zu wenig mit lichten Büschen bepflanzt, und die Futterpflanzen sind zu „fett“.

Bei jeder sich bietenden Gelegenheit, auch unabhängig von der Tageszeit, haben wir unsere Wanderschuhe angezogen und sind durch die Wildnis gestreift. Meist sind wir viele Stunden und manchmal auch mehrere Tage hinter einander unterwegs gewesen, ohne Schildkröten zu finden. Das einzige Ergebnis waren immer zerkratzte Beine. Oft wollte ich schon aufgeben, bis wir dann doch welche gefunden haben.

Dieses kleine Männchen saß einfach so am „Wegrand“ da. Er war ca. so groß wie mein Handteller, aber schwer wie ein „Felsen“. Jeder, der schon einmal eine Schildkröte in der Hand hatte, weiß, wie ich es meine.
Dieses Männchen der Dalmatinischen Landschildkröte war makellos mit einem hochgewölbten Carapax.

Ich konnte trotz guter Vorsätze nicht der Versuchung widerstehen und musste ihn einfach in die Hände nehmen.
Von diesem Fund angespornt, sind wir weiter gewandert und wurden mit dem Sichten dieses Weibchens belohnt.
Es saß am Fuße eines Olivenbäumchen in einem kleinen Olivenhain mit vielleicht 30 Bäumen und hat sein Frühstück genossen.

Kurze Zeit später hat es sich in sein Versteck zurück gezogen.

Diese Fundorte sind wir noch sehr oft abgelaufen, dann aber ohne Erfolg. Wir haben diese beiden Schildkröten nie wieder gesehen.
Wenn wir irgend wo Station gemacht haben, haben wir uns immer erkundigt, ob in dieser Gegend Dalmatinische Landschildkröten vorkommen. War dies der Fall und sah es nur annähernd nach Schildkröten aus, haben wir uns auf die Suche gemacht.

Oft haben Zeltnachbarn berichtet, dass sie Schildkröten da und da gesehen haben. Wir sind aber die meiste Zeit erfolglos geblieben. Mag es nun daran liegen, dass wir im Hochsommer im Urlaub waren oder daran, dass es wirklich Zufall ist, mal eine Schildkröte in freier Wildbahn zu finden.

Häufig sind wir aber auf andere Reptilien gestoßen. Schlangen (die leider so schnell waren, dass wir sie nicht fotografieren konnten) und Echsen waren dabei noch die meisten.

Diese kleinen flinken Echsen in verschiedenen Farbschlägen sind sehr oft vor uns davon geflitzt.

Zur Freude unserer Tochter konnten wir aber auch diesen kleinen Hasen auf das Foto bannen.

Und außerdem haben wir sehr oft irgend welche Hühnervögel aufgeschreckt. Da standen wir häufig kurz vor dem Herzinfarkt, wenn diese plötzlich laut schimpfend davon gelaufen/geflogen sind.
Bei einer unserer Fahrten entlang der Küstenstraße haben wir ein Hinweisschild mit einer Schildkröte gesehen. Also sind wir in das nächste Autocamp gefahren und haben uns dort für einige Tage einen Stellplatz genommen. In der Tourist-Information des kleinen Städchens haben wir erfahren, dass in dem Örtchen Majkovi Biotope für Europäische Flussschildkröten geschaffen worden sind und dass es in den Bergen auch Landschildkröten geben soll. Also wieder Wanderschuhe an und los!
Wir mussten in die Berge und waren dann schon ziemlich nah an der Grenze zu Bosnien Herzegovina.

Immer auf der Suche nach Landschildkröten. Auch wenn wir in dieser Gegend keine Schildkröten gefunden haben, haben uns Einheimische bestätigt, dass es hier welche geben soll, es aber sehr schwierig ist, sie zu finden.

Schließlich haben wir dann unser eigentliches Ziel erreicht. Hier haben Anwohner und Umweltschützer Teiche in megalither Bauweise geschaffen, um die meist geschützte Reptilienart Kroatiens wieder anzusiedeln.

In dieser traditionellen Bauweise haben die Bewohner seit Jahrhunderten Wasser gespeichert in dieser trockenen Gegend. Es passt sich toll in die Landschaft ein.

Als wir uns den Teichen genähert haben, ging es erst einmal plitsch, plitsch, platsch und die anderen Amphibien, die dort auch „wohnen“, haben das Weite gesucht.

Dann haben wir auch die Wasserschildkröten gesehen. Leider auch sehr scheu und es war schwierig, sie zu fotografieren. Wir haben versucht, so viel wie möglich mit dem Zoom zu arbeiten. Trotzdem nur mit mäßigem Erfolg.

Nachdem wir in dieser viel versprechenden Gegend „nur“ Wasserschildkröten gefunden haben, haben wir uns wieder auf den Weg gemacht und sind eine Küstenregion angefahren. Auch hier das übliche Spiel: Viele Stunden durch die Wildnis streifen, die Kamera immer griffbereit.
In Kroatien wird Landwirtschaft fast nur extensiv betrieben. Man muss sich das so vorstellen: Man läuft durch die Wildnis und plötzlich steht man auf einem „Feld“. Nicht viel größer als ein Garten. Da stehen ein paar Zeilen Mais, wachsen ein paar Melonenpflanzen oder ein paar Rebstöcke. Manchmal ein Feigenbaum oder ein paar Olivenbäume. Die Felder sind meist begrenzt durch Brombeerhecken, die für die Schildkröten ein ideales Versteck darstellen.
Und in eben so einer Brombeerhecke haben wir die nächste Dalmatinische Landschildkröte gefunden. Für die Fotos haben wir sie aus der Hecke hervor geholt.

Dieses Männchen hatte eine Verletzung am Panzer, die aber gut verheilt war.
Auch er ist wunderschön hoch, ganz glatt gewachsen mit einem ernormen Gewicht für diese Größe. Und er muss schon viele Jahre alt sein.

Obwohl dieses Männchen eindeutig ein Testudo hermanni hercegovinensis ist, besitzt er beide Inguinalschilde. Die zuerst von uns gefundenen Schildkröten besaßen keine bzw. nur ein Schild. Leider hatten wir versäumt, sie von unten zu fotografieren.

Nur wenige Meter weiter in o. g. Brombeerhecke saß das nächste Männchen. Es ist deutlich kleiner, aber genau so schön gewachsen und auch schon einige Jahre alt. Auch dieses haben wir zu Fotozwecken aus der Hecke geholt.

Und ganz zum Schluss einfach noch ein paar Bilder von Tieren, die uns sonst noch „über den Weg gelaufen“ sind.