Gehege (Teich) Europäischer Sumpfschildkröten

Nachdem unsere europäischen Sumpfschildkröten (Emys orbicularis) drei Jahre in dem kleinen Kunststoff-Fertigteich gelebt haben, wurde es Zeit, ihnen einen Teich zu bauen, in dem sie dauerhaft bleiben können. Wir begannen im Herbst mit den Schachtarbeiten.

Das Gras ist abgestochen und die geplante Form des Teiches wird sichtbar.
Was wir an Erde ausschachten, findet im Gehege der adulten Landschildkröten und im Gehege der älteren Nachzuchten für die Entstehung eines großen Kletterberges Verwendung.
Der Fertig-Teich bleibt bestehen und soll später mit integriert werden.
Der große Teich entsteht auf dem noch freien Platz vor den Gehegen.
Das Schachten geht weiter und für den Erdaushub haben wir uns einen großen Container stellen lassen.
Was hier rein kommt, musste vorher zuerst…
… hier heraus gegraben werden. Die Grundform ist erkennbar und die tiefste Stelle zum Überwintern der Europäischen Sumfpschildkröten ist geschaffen.

Damit wir den Emys orbicularis verschieden tiefe Wasserzonen anbieten können und auch, um ihnen das heraus Kommen aus der Überwinterungszone zu erleichtern, haben wir zusätzlich zwei unterschiedlich tiefe Bereiche geschaffen.

Die Steine sind abgelesen und die Ränder sind geglättet. Nun soll sich der „Teich“ über den Winter setzen. Im Frühjahr soll der Teich fertig gestellt werden, damit die Europäischen Sumpfschildkröten umziehen können. Der Fertigteich ist eindeutig zu klein geworden.

Nach dem Winter haben wir noch einmal alle Ränder nachgestochen und die Steine, die Heraus „gewachsen“ sind, abgelesen. Da der Teich trotz unseres steinigen Bodens einige Jahre halten soll, haben wir auf den Grund und den Rändern der Tiefzone sowie auf allen gerade Flächen als Untergrund alten PVC-Belag ausgelegt. Darüber kam eine Bahn Flies aus dem Straßenbau.

Ungeahnte Mehrarbeiten entstanden. Eigentlich wollten wir den kleinen Kunststoffteich, welcher bisher als Aufzuchtbecken diente, mit in die neue Teichanlage integrieren. Er sollte als Filterteich dienen. Nun wird der neue Teich höher als gedacht, so dass das Wasser nicht zurück fließen könnte.

Also mussten wir den Kunststoffteich ausgraben. Er soll an gleicher Stelle später wieder eingesetzt werden und ein kleiner Überlauf gestaltet werden, wenn wir mit dem neuen Teich fertig sind.
Den zur Teichfolie mitgelieferten Flies, um die Haltbarkeit zu erhöhen, haben wir auch schon verlegt. Das gefällt sogar einer unserer Hündinnen.

Ich konnte mir nicht vorstellen, wie schwer 64 m², 1,5 mm starke Teichfolie sein kann. Ich war nicht in der Lage, diese anzuheben bzw. zu bewegen. Deshalb haben wir einige unserer netten Nachbarn um Hilfe beim Ausbreiten der Folie gebeten. Wir haben dazu einen sehr sonnigen Tag genutzt, weil die Folie da geschmeidiger war.

Die Folie liegt über dem ausgeschachtetem Teich.
In die Tiefzone wird schon Wasser eingelassen, um gleichzeitig die entstandenen Falten zu glätten.
Immer wieder wird mit steigendem Wasserstand die Folie nachgezogen und die Falten geglättet.
Damit die Falten schön platt gedrückt werden, haben wir sie zusätzlich mit Steinen beschwert.
So langsam steigt das Wasser.
Nach getaner Arbeit wurden die Füße gekühlt und auf das Verlegen der Folie angestoßen.
So nach und nach haben wir den Teich befüllt und auch schon die ersten Steine und Pflanzen eingsetzt. Er ist noch lange nicht fertig und voll, aber man sieht, wo es hingehen soll.
Da wir die Emys orbicularis aus dem kleinen Kunststoffteich heraus nehmen mussten, waren sie in einem Maurerbottich untergebracht. Durch das sehr warme Wetter haben wir befürchtet, dass sie dort überhitzen. So durften sie schon in den halbfertigen Teich umziehen. Sie fühlen sich sichtlich wohl.
Der Kunststoffteich, welcher jetzt als Filterteich fungieren soll, ist wieder integriert. Wir haben ihn etwas erhöht gestezt mit einem leichten Gefälle zum großen Teich, damit das Wasser ablaufen kann. Rechts daneben ist eine Tonne eingegraben, in der der Filter seinen Platz findet.
Nun haben wir damit begonnen, rings um den Teich einen Wall aufzuschütten. Damit vergrößern wir den Teich, schaffen eine Sumpfzone, erleichtern den Schildkröten das Verlassen des Wassers und erhöhen gleichzeitig die Wassertiefe und die Fläche des Teiches.

Auf dieser Seite ist der Wall schon fertig, das Wasser aber noch nicht vollständig aufgefüllt.
Auf die letzte Stufe haben wir wieder Steine gelegt. Später kommen noch welche auf den Kamm des Teiches und das Wasser wird bis dort hin aufgefüllt. Dadurch erreichen wir von ehemals geplanten fünf Metern Durchmesser jetzt an der größten Stelle fast sieben Meter Länge.
Hier haben wir mit dem Setzen der Steine auf den Kamm des Walles begonnen. Um einen besseren Halt zu erreichen, haben wir sie in Beton gesetzt und später ausgefugt.

Da das Wasser sehr trüb war, haben wir den Überlauf am Filterteich fertig gestellt und diesen in Betrieb genommen.
So langsam sieht man, wie es werden soll. Zwischen der letzten Steinreihe und den Steinen auf dem Kamm haben wir mit gewaschenem Kies eine Sumpfzone geschaffen. Das Wasser ist bis dort hin aufgefüllt. Rings um den Teich kommen große Sandsteine, damit man die Folie nicht mehr sieht und man auch einmal darauf treten kann.
Es sind nur noch solche „Kleinigkeiten“ zu machen wie einen Weg auf zwei Seiten um den Teich, eine Mauer vor den Filter, die restlichen Sandsteine auf die Folie legen und nicht zu vergessen die Umzäunung, damit uns unsere Europäischen Sumpfschildkröten nicht ausreisen.
Auch wenn der Pflanzenwuchs noch etwas karg ist, ist der Teich trotzdem schon jetzt ein richtiger Hingucker und fügt sich gut vor die Gehege der europäischen Landschildkröten ein.

Jetzt sind am Teich wirklich die meisten Arbeiten erledigt. Vorn links ist die Überlaufzone zu sehen. Und wir haben mit der Umzäunung begonnen.
Wir haben uns bei der Umzäunung für Doppelstegplatten entschieden. Das wirkt nicht so wuchtig wie die Pflanzsteine, die wir bei den Landschildkröten verwendet haben. Außerdem können die „Wasserpanscher“ so nicht ausreißen, weil die Platten einfach zu glatt zum Hochklettern sind. Rechts neben dem Teich ist der Weg zu erkennen, den wir gepflastert haben. Er muss nur noch verfugt werden.
Und hier noch ein schönes Sonnenbild. Das Wasser hat sich jetzt super geklärt und man kann bis auf den Grund der Tiefzone sehen.
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