Ernährung

Die europäischen Landschildkröten (Testudo hermanni boettgeri Testudo hermanni hercegovinensis und Testudo marginata) sind reine Pflanzenfresser (Vegetarier). D. h. sie ernähren sich herbivor.
In der Natur ist ihr Futter kalorienarm und ballaststoffreich.
Wer lange Freude an gesunden Schildkröten haben möchte, muss dies bei der Ernährung berücksichtigen. Auch wenn die Tiere noch so gerne Obst fressen, sollte bei der Ernährung weitgehend darauf verzichtet werden.
Tomaten und tierische Produkte wie Katzenfutter sind Tabu!
Sie brauchen hingegend Pflanzen mit hohem Fasergehalt. Das Futterangebot sollte ihrem natürlichen Biotop den Jahreszeiten entsprechend sein.
Wir verfüttern nur Wildkräuter, die die Schildkröten auch im Gehege abweiden können. Im Frühjahr junge Pflanzen. Im Hochsommer ältere Pflanzenteile, Heu und verschiedene Blüten. Im August und September ist das Angebot wieder etwas üppiger, da auch in ihrem Habitat die Trockenperioden beendet sind.
Man sollte verschiedene Kräuter anbieten, die ungedüngt und nicht vom Straßenrand sind und vor allem ungiftig. Trotzdem fressen die Schildkröten nicht alle Pflanzen gleich gern.
Schildkröten sind Weidegänger. In der Natur würden sie niemals eine Pflanze ganz abfressen.
Deshalb sollte auch im Gehege ein genügend großes Angebot an Futterpflanzen vorhanden sein, damit sie ihrem natürlichen Futtertrieb nachkommen und von einer Pflanze zur nächsten wandern können.
Bei Zufütterung empfiehlt es sich, dieses an verschiedenen Stellen zu verteilen.
Zur Deckung des Kalkbedarfes liegen in allen Gehegen Sepia-Schalen, die die Schildkröten je nach eigenem Bedarf abnagen. Unsere Tiere fressen auch gern (abgekochte) Eierschalen.
Emys orbicularis sind reine Fleischfresser. Ihre Nahrung besteht aus im Wasser lebenden Tieren wie kleinen Fischchen, Kaulquappen, Mückenlarven, Wasserflöhen. Zusätzlich bekommen sie von uns Regenwürmer, kleine Schnecken, Stücke von (ungewürztem) Fischfilet und Wasserschildkröten-Sticks.
Terrapene carolina carolina sind dagegen Allesfresser (omnivor). Jungtiere fressen allerdings vorwiegend fleischliche Kost. Erst mit dem Heranwachsen nehmen sie zu gleichen Teilen pflanzliches und tierisches Futter auf. Zur pflanzlichen Nahrung zählen Kräuter, Salat (Romana-Salat), Pilze (auch giftige) und (wenig) Obst.
Die Deckung des Kalkbedarfes erfolgt ebenfalls über Sepia-Schalen und zusätzlich über die Futtertiere (z. B. Gehäuse von Schnecken, Knochen von Futtertieren, Chitinpanzer von Insekten).
Chelonoides carbonaria ernähren sich vorwiegend pflanzlich. Bevorzugt werden Spitzgräser, Wildkräuter, Blüten, Salat, Pilze und ab und zu Früchte. Aber auch fleischliche Kost (und Aas) wird zu sich genommen. So konnten wir schon beobachten, wie Regenwürmer und Nacktschnecken verspeist wurden. Dies ist zurückzuführen auf ihren ursprünglichen Lebensraum. Der tropische Regenwald bietet ein reiches Nahrungsangebot.
Köhlerschildkröten sind wählerischer als die europäischen Landschildkröten. Was sie heute gern gefressen haben, können sie morgen schon ablehnen. Bei diesen Schildkröten ist deshalb auf eine abwechslungsreiche Ernährung zu achten.
Wir ergänzen den Speiseplan mit getrockneten Bachflohkrebsen, Garnelen und getrockneten Fischchen. Sepiaschale liegt, wie bei den anderen Schildkrötenarten auch, ständig bereit.